Delegiertenversammlung 2011
Ihre Arbeit ist ehrenamtlich. Rund um die Uhr sind sie in Rufbereitschaft und funktionieren immerdann, wenn ihre Hilfe manchmal auch im Kampf um Leben und Tod gebraucht wird.
Genau 6567 Feuerwehrleute zählten die Feuerwehren im Main-Tauber-Kreis zum Jahresende 2010.
Bei der Verbandsversammlung am Dienstag, den 08.11.2011 in Großrinderfeld wurde der Blick auf die zurückliegenden Ereignisse gerichtet.
Der Brand von Schloss Oberschüpf, das bereits wieder aufgebaut ist. Das Unwetter beim Auftakt des Tauberbischofsheimer Altstadtfest 2009, dessen Starkregen Keller über Lauda bis nach Boxberg volllaufen ließ. Oder das Feuer in einem Bauernhof in Oberstetten, bei dem durch beherztes Eingreifen 80 Schweine gerettet werden konnten.
Es sind nur drei Beispiele von vielen, welche die Einsatzbücher der Floriansjünger in den letzten zwei Jahren füllten.
Allein im vergangenen Jahr wurde zwischen Freudenberg und Creglingen 628 Mal der Notruf 112 gewählt, durch den es zu 463 Rettungsfahrten kam. "Die oberste Prämisse muss es sein, das Engagement zu unterstützen und zu fördern", mahnte Verbandsvorsitzender Peter Achatz: "Denn wo es wegen Personalmangel nicht mehr funktioniert, ist es um die Sicherheit und das Hab und Gut der Bürger schlecht bestellt." Mit Sorge blickt man deshalb auch auf den in aller Munde befindlichen Begriff des "demographischen Wandels", der gerade dem ländlichen Raum noch zahlreiche Herausforderungen stellen wird.
Kreisjugendwart Jochen Herrschlein hat seine Befürchtungen: "Zuletzt war die Mitgliederzahl in unseren 18 Jugendfeuerwehren rückläufig.
Um den Nachwuchs auf Dauer zu sichern, müssten wir schon bald in den Kindergärten werben."
Neben einem kürzlich in Auftrag gegebenen Werbekonzept, das in Zusammenarbeit mit der Agentur "For.um" entstand,
könnte die Musik hierbei eine Rolle spielen.
In der Konkurrenz mit anderen Musikvereinen sind die Feuerwehrkapellen bereits seit langem eine wichtige Stütze bei der Mitgliedergewinnung.
Durch das aktive Vorgehen der Abteilungsleiter scheint so die Zukunft altgedienter Vereine gesichert, wie der Feuerwehrkapelle Tauberbischofsheim,
die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern konnte oder der Hörnergruppe Grünsfeld, die als eine von nur noch zwei in ganz Baden-Württemberg besteht.
"In diesen Aufgaben hat sich Kreisbrandmeister Alfred Wirsching seit seinem Amtsantritt 1995 vorbildlich für die Belange der Jugend in unseren Reihen ausgezeichnet",
stellte Herrschlein fest, der diesem die Ehrennadel der Landesjugendfeuerwehr in Silber überreichen durfte.
Peter Achatz richtete an die zahlreich erschienenen Bürgermeister eine dringliche Bitte, die er eigentlich Innenminister Reinhold Gallauf den Weg nach Stuttgart mitgeben wollte. Dieser hatte jedoch kurzfristig abgesagt. "Natürlich brauchen wir hier nicht in jedem Verein eine Drehleiter. Aber dennoch wäre ein Sonderförderprogramm für die Bereiche außerhalb der Ballungsgebiete, wie es dieses in den achtziger Jahren gab, für die teils notwendigen Investitionen in neue Ausrüstung angebracht."
Nach der Genehmigung des Haushalts für das kommende Jahr fasste der Verband ohne Gegenstimmen der 98 anwesenden Delegierten zahlreiche Satzungsänderungen.
Unter anderem wurden die Beitragssätze für Gemeinden um zwei auf 15 Cent je Einwohner erhöht und ein neuer, mitgliederabhängiger Beitrag in Höhe von einem Euro je Angehörigem der Einsatzleitung eingeführt.
Wegen der Einstellung des bisher vom Main-Tauber-Kreis aus betriebenen "Feuerwehrfilmdienst Baden-Württemberg" wurde dieser entsprechend aus der Satzung gestrichen, sowie die Festlegung des Titels "Ehrenvorsitzender" aus Gründen der Dankbarkeit vereinfacht.
Ihren unermüdlichen Einsatz, zu dem genauso die vielen Übungen und Lehrgänge gehören, hob abschließend Landrat Reinhard Frank hervor: "Familie, Beruf und Hobby zum Wohle der Gesellschaft derart mit den Aufgaben in der Feuerwehr zu vereinbaren, dass man dennoch immer für die Hilfe im Ernstfall bereit steht, ist aller Ehren wert." Welchen Stellenwert die Feuerwehren aber in der Bevölkerung hätten, zeige nicht zuletzt die regelmäßig hohe Platzierung unter den "beliebtesten Berufsgruppen".
Aktualisiert ( Montag, den 21. November 2011 um 12:36 Uhr )
